Prinzengarten vorerst gerettet!

Wenn man in der Prinzenallee 58 durch die Hofeinfahrt geht, den großen Hinterhof durchquert und dann nochmals die beiden Durchgänge der ehemaligen Hutfabrik Gattel und heutigen Genossenschaft PA 58 hinter sich gelassen hat, dann steht man im Prinzengarten.

Eine kleinere Fläche davon ist mit Rasen begrünt und lauschig von Bäumen umsäumt.
Sie grenzt direkt an den Schulhof der benachbarten Wilhelm-Hauff-Grundschule an.
Die größere Fläche war früher mal ein Parkplatz. Seit 2011 gärtnern hier Menschen aus der
PA 58, aber auch andere Anwohner:innen aus der Nachbarschaft. Dabei sind ebenfalls Kinder, Jugendliche und geflüchtete Menschen.

Hier können sich Menschen im sozial benachteiligten Soldiner Kiez über ihr Engagement im Garten und nachhaltig mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln versorgen. In Hochbeeten werden Gemüse und Kräuter gezogen, um die Bäume herum sind dekorative Blumenbeete angelegt.

In den letzten 11 Jahren ist hier eine kleine grüne Oase im Kiez entstanden. Ein kleines Metalltor führt direkt auf den Spielplatz am Panke-Ufer. Damit stellt der Prinzengarten eine wichtige Klimabrücke zur Panke hin dar und kühlt die Luft an heißen Sommertagen auf erträgliche Temperaturen ab.

Dieser Garten sollte nun zerstört werden, um einem Modularbau zu weichen. Darin sollten, angeschlossen an die benachbarte Wilhelm-Hauff-Schule, Kinder mit schweren körperlichen und geistigen Einschränkungen aus dem ganzen Bezirk Mitte beschult werden.

Nachdem sich die Gärtner:innen des Prinzengartens, unterstützt durch den Soldiner Kiez e.V., gegen diese Planung beim Bezirksamt zur Wehr gesetzt hatten, wurde am 10. Juni 2022 unter der Moderation des Büros für Bürgerbeteiligung eine Informationsveranstaltung angesetzt. Die Planungen liefen da schon seit über eineinhalb Jahren.

Schulstadträtin Stefanie Remlinger (B‘90/Grüne) und Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) stellten sich der Kritik der Gärtner:innen und Anwohner:innen. Und dann gab Frau Remlinger plötzlich bekannt: Der Modularbau werde nicht im Prinzengarten umgesetzt!

Große Erleichterung und Jubel bei den anwesenden Bürger:innen!
Nach den Gründen für die Aufgabe dieses Standorts befragt, antwortete Frau Remlinger, die Fläche sei für den Modularbau nicht groß genug und für den An- und Abtransport der behinderten Kinder mit dem Fahrdienst über das Gelände der Wilhelm-Hauff-Grundschule nicht geeignet. Damit korrigierte sie eine offensichtlich oberflächliche Machbarkeitsstudie aus der Anfangszeit des Projektes.

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