Japanischer Sommer im ElisaBeet

Das Gelände des Urban Gardening-Projekts ElisaBeet auf dem St. Elisabeth-Kirchhof II
in der Wollankstr. 66 verfügt unter alten Bäumen über eine lauschige, grüne Oase mit Vogelgezwitscher, wo man die Seele baumeln lassen kann. Auch drei Yoga-Plattformen haben sich dazugesellt.

Es war der perfekte Ort im Soldiner Kiez, wo die Bewohner:innen im Sommer unmittelbar traditionelle japanische Kultur erleben konnten. Das ElisaBeet wurde dadurch zusätzlich zu einem Ort der Kultur.

Am Samstag, den 20. August 2022 um 14:00 führte die Japanerin Chihoco Yanagi auf einer der Yoga-Plattformen traditionellen japanischen Tanz vor. Sie tanzte zum Lied einer Geisha in Kyoto, zu einem Volkslied aus Fukuoka über zwei trinkfreudige Samurai und zu den Klängen des berühmten Lieds der Kirschblüte „Sakurá, Sakurá“. Zum Abschluss zeigte Chihoco Yanagi anhand eines „Models“ aus dem Publikum in einer Performance mit Musik, wie ein Kimono angezogen wird.

Chihoco Yanagi beim traditionellen japanischen Tanz. Foto: Silvia Nettekoven

Ca. 65 Besucher:innen, darunter auch Familien mit Kindern, beobachteten diese exotische, im Soldiner Kiez sehr seltene Darbietung und machten Fotos.

Auf der Yoga-Plattform daneben war mithilfe eines Pavillonzeltes, zwei roten japanischen Lampions, zwei Kanji-Kalligraphien, Blumenschmuck und Bastmatten ein japanisches Teehaus aufgebaut.

Zwischen den beiden Yoga-Plattformen hatte der Veranstalter, der Soldiner Kiez e.V., ein weiteres Pavillonzelt mit Bierbänken für die Besucher:innen aufgestellt, die so Blick auf beide Yoga-Plattformen hatten. Außerdem gab es dort einen Getränkestand. Die Keramikerin Jeanine Fornacon präsentierte an einem zweiten Stand ihre Teeschalen in japanischem Design.

Diana Schaal vom Soldiner Kiez e.V. hielt einen kurzen Vortrag über die Hintergründe der japanischen Teezeremonie. Farbfotos auf der Info-Tafel waren dazu eine anschauliche Ergänzung.

Danach fungierte Chihoco Yanagi im Tee-Pavillonzelt als Teemeisterin. Sie bewirtete im Rahmen des gemeinschaftlichen Rituals der Teezeremonie immer jeweils vier Besucher:innen mit echtem japanischen Matcha-Tee. Das ist pulverisierter grüner Tee, der mit einem Bambusbesen in heißem Wasser aufgeschlagen wird. Dazu wurde eine traditionelle japanische Süßigkeit gereicht. Natürlich bekam in Zeiten von Corona jede:r Besucher:in eine eigene Teeschale. Insgesamt 20 Besucher:innen haben an der Teezeremonie teilgenommen. Auch das war ein ganz besonderes, meditatives Erlebnis, das sich im Soldiner Kiez nicht alle Tage bietet!

Chihoco Yanagi bei der japanischen Teezeremonie. Foto: Silvia Nettekoven

Wer (noch) nicht Matcha-Tee trinken konnte oder wollte, konnte bei der Teezeremonie zuschauen, denn das Tee-Pavillonzelt war nach allen Seiten hin offen. Andere Besucher:innen lauschten der Lesung japanischer Kurzgedichte (Haiku), die die Haiku-Dichterin Renate Straetling und Thomas Kilian parallel abhielten.

Haiku-Lesung mit Renate Straetling und Thomas Kilian. Fot: Silvia Nettkoven

Die Besucher:innen konnten auch den beiden Mitarbeitern des ElisaBeet Fragen zum Urban Gardening-Projekt stellen – oder einfach die stille Ruhe des Ortes genießen.

Text: Diana Schaal

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