Symbolpolitik für den Verkehr im Soldiner Kiez?

Nach fünf Jahren wird der Streit den Automobilist:innen und ihren Freund:innen und unseren ja oft radelnden rot-grünen Stadträt:innen begraben. Es werden ein paar Einbahnstraßen ausgewiesen:

Im Flottwellkiez, im Stephankiez und vor allem bei uns, im Soldiner Kiez. Die Koloniestraße zwischen Soldiner Straße und Osloer Straße kann dann nur noch in Richtung Süden befahren werden. Die Biesentaler Straße wird Einbahnstraße, und in der Soldiner Straße können die Motorfahrzeuge nur zwischen Prinzenallee und Wriezener Straße ostwärts rollen. Alles Gebiete, die bereits mit Berliner Kissen und Schwellen versehen wurden.

Weniger Autos durch Einbahnstraßenregelung? Foto: Kilian

Nur die Koloniestraße hat in diesem Abschnitt wirklich ihr Gesicht verändert, weil der Verkehr über die Drontheimer Straße umgeleitet wurde. Das bleibt eine der Großtaten des frühen Quartiersmanagements Soldiner Straße. Ausweichverkehr gibt es heute am ehesten über die Steegerstraße. Hier wird die geplante Einbahnstraße vielleicht eine nennenswerte Entlastung bringen.

Letztlich hat der Verkehr auf den Bundes- und Landesstraßen immer Vorrang. Den Verkehr über die Kiezgrenzen hinaus zu beschränken, bleibt eine harte Nummer. Deshalb werden die geplagten Mitbürger:innen in der Soldiner Straße westlich der Prinzenallee oder entlang der Prinzenallee und Wollankstraße erst einmal keine Erleichterung finden. Flanieren ist dort oder an der Osloer Straße erst mal nicht vorgesehen.

Wer den Autoverkehr nicht nur umleiten, sondern reduzieren will, muss umfassende Maßnahmen ergreifen. Die Initiative „Berlin autofrei“ wollte etwa den motorisierten Verkehr innerhalb des S-Bahn-Rings per Volksentscheid einschränken. Bezeichnenderweise scheiterten die Initiator:innen im Mai 2026 schon bei der ersten Unterschriftensammlung.

Bei der Verkehrsberuhigung ist es immer am leichtesten, dort einzugreifen, wo kaum Verkehr fließt. Aber die symbolischen Taten sind diesmal zumindest nicht sonderlich teuer. Es braucht nicht einmal Boller, es reichen ein paar Verkehrsschilder. Deshalb weint auch keine:r, dass der Senat den Bezirk verdonnert hat, diese Kosten selbst zu tragen.

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