Schöne Häuser für Berlin und den Kiez

Thomas Kilian vom Kiezverein und Stadtrat Ephraim Gothe im Gespräch

Beim Talk im Kiez am 3. Mai 2018 erlebte das Publikum einen aufgeräumten Ephraim Gothe. Der Baustadtrat von Mitte vermittelte den Eindruck, dass die Bau- und Wohnungspolitik inzwischen auf dem richtigen Gleis sei: Sein Amt sei gut aufgestellt, die vorhandenen Möglichkeiten zur Bekämpfung der Wohnungsnot werden genutzt. Ihn anzugreifen, würde bedeutet, über die Versäumnisse der Vergangenheit zu reden. Die Blockade des ersten rot-roten Senats mit Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer, Bauen nach einer Zeit mit einem entspannten Wohnungsmarkt nicht wieder zu fördern, kritisiert heute jedeR. Dieser Schnee von gestern gibt auch für uns vom Soldiner Kiez e.V. jetzt nicht mehr viel her.

Da aber über die aktuelle baupolitische Linie hinaus vom Gast wenig weitere Ideen kamen, bleibt eine wichtige Neuigkeit: Gothe geht davon aus, dass der Soldiner Kiez im Herbst wohl zum Milieuschutzgebiet erklärt wird. Dann müssen aufwändige Sanierungen genehmigt werden, und die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen wird erschwert. Gothe meinte sogar, dieser Status könne an die 20 Jahre erhalten bleiben. Dadurch soll Preistreiberei bei den Mieten erschwert, und vielleicht Kapital von unnötigen Sanierungen in den Neubau gelenkt werden.

Der Mietmarkt in Berlin ist im Moment quasi erstarrt. Nur wer unbedingt muss, zieht um. Für diejenigen mit einer passenden Wohnung sind die Mieterhöhungen häufig erträglich. Eine Ausnahme gibt es, wenn Sanierungskosten auf den/die MieterIn überwälzt werden. Wer dagegen von außen kommt, wegen Familiengründung oder -wachstum, Auszug oder Tod von Familienmitgliedern oder aufgrund einer häufig altersbedingten Gehbehinderung umziehen muss, der/die hat es schwer. Den Problemen dieser Outsider will Gothe vor allem durch einen Neubau begegnen, der über Lückenschluss oder Dachausbau hinausgeht. Also durch die diskutierten größeren Neubaugebiete. Weitere Maßnahmen für Bedürftige hat er über die bereits vorhandenen Mietübernahmen hinaus nicht im Köcher. Im Zweifelsfall freut sich Gothe eher auf schöne Häuser. Für die Ecke Prinzenallee/Gotenburger Straße stellte er ein solches Aussicht. Die DeGeWo werde dort ab nächsten Frühjahr Jugendwohnungen errichten. Im Erdgeschoss soll es ein Café geben.

Verdichtung und Neuzuzug machen sich im Soldiner Kiez im öffentlichen Raum vor allem in Form einer Zunahme von parkenden Autos, vermehrter Grünflächennutzung und auch in Form eines bestimmten Sperrmüll auf den Gehwegen bemerkbar. Beim Parkproblem hofft Gothe auf den allgemeinen Trend weg vom PKW und eine vermehrte Fahrradnutzung. Die verstärkte Nutzung der Grünanlagen verlangt seiner Ansicht nach mehr Arbeit vom Gartenbauamt. Dort werde es zusätzliche Stellen geben. Beim Straßenmüll verwies er auf die BSR, die ja gezeigt habe, dass sie auch die Öffentlichkeitsarbeit beherrsche. Sie könne daher auch besser auf ihre Recyclinghöfe aufmerksam machen. Für den Soldiner Kiez ist ein Sammelplatz in nächster Nähe: https://www.bsr.de/recyclinghoefe-20503.php?currRCLocation=d2578029-138e-4eef-b911-fbbc57736119

Die Veranstaltung wurde wie immer gefilmt. Inzwischen wurden zwei Mitschnitte auf dem YouTube-Kanal unseres Medienpartners Soldiner Kiez Kurier veröffentlicht. Einmal das Gespräch von Gothe mit unserem Moderator Thomas Kilian, einmal Gothes Diskussion mit dem Publikum. Auf dem besagten YouTube-Kanal finden sich auch Filme folgender Veranstaltungen der Reihe „Talk im Kiez“:

Jugendarbeit: Prinzentheater und Prinzenakademie

Polizei im Kiez: Eckart Mantei und Bernd Wölke

Es finden sich auch Berichte über die Veranstaltungen der Reihe weiter unten unter unseren Beiträgen.

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